Chancen und Risiken von Unternehmensanleihen

Unternehmensanleihen sind solche, die von einem privaten Unternehmen ausgegeben werden.

Ihre Signaturqualität hängt von der Finanzkraft der emittierenden Unternehmen ab.

Im Allgemeinen bieten sie attraktivere Zinssätze als Staatsanleihen, aber einige Unternehmen erzielen derzeit null oder sogar negative Zinssätze.

Unternehmensanleihe: Merkmale

Eine Unternehmensanleihe ist ein Schuldinstrument, das von einem Unternehmen an einen Investor ausgegeben wird, um Mittel zu beschaffen. Das Prinzip von Unternehmensanleihen ist das gleiche wie das von Staatsanleihen.

Im Allgemeinen wird zwischen Wertpapieren von Investment-Grade-Emittenten und Wertpapieren von risikoreicheren Emittenten (“High Yield”) unterschieden.

Ob Investment Grade oder High Yield, Unternehmensanleihen haben gemeinsame Merkmale:

    • einen Nenn- oder Nominalwert, der seinem Anteilswert entspricht;
    • einen Nominalzinssatz, der die Höhe der an die Inhaber zu zahlenden Erträge (Kupon) und die Häufigkeit dieser Zahlungen festlegt
    • ein Fälligkeitsdatum;
    • eine Börsennotierung, an der diese Anleihen jederzeit gekauft oder verkauft werden können.

Unternehmensanleihen werden normalerweise als Prozentsatz ihres Nennwerts notiert. Ihr Wert schwankt umgekehrt mit den Zinssätzen: ein Rückgang der Zinssätze erhöht ihren Wert und umgekehrt.

Die Laufzeit dieser Anleihen variiert je nach dem Finanzierungsbedarf der Unternehmen. Sie reichen von kurzfristig (Laufzeit von weniger als 5 Jahren) bis langfristig (Laufzeit von mehr als 12 Jahren).

Die Ausgabe von Anleihen ist manchmal eine Alternative zur Eigenkapitalfinanzierung, weil sie nicht in die Geschäftsführung des Emittenten eingreift: Bei Unternehmensanleihen haben die Inhaber nicht die Möglichkeit, sich auf Hauptversammlungen Gehör zu verschaffen.

Vorteile und Vergütung der Unternehmensanleihe

Der Zeichner einer Unternehmensanleihe wird zum Gläubiger eines Unternehmens. Er schließt das Risiko des Unternehmens kurz, da seine Vergütung vertraglich geregelt ist. Im Falle des Konkurses des Unternehmens (außer bei nachrangigen Anleihen) wird der Inhaber vor den Aktionären entschädigt.

Theoretisch bietet eine Unternehmensanleihe aufgrund einer höheren Risikomarge eine höhere Rendite als eine Staatsanleihe mit gleicher Laufzeit. Darüber hinaus ist sie weniger liquide als eine Staatsanleihe.

Gut zu wissen: In Krisenzeiten, wie z.B. nach der Krise 2007-2008, wenn Investoren sehr risikoscheu werden, sind Unternehmen gezwungen, sehr hohe Zinssätze anzubieten, um Investoren zu überzeugen, ihre Anleihen zu kaufen. Während der Subprime-Krise stieg der Spread zwischen Unternehmensanleihen und Staatsanleihen bei den am wenigsten sicheren Wertpapieren (High Yield) um 7 %.

Dieses Szenario gilt im Jahr 2016 nicht mehr. Das Niedrigzinsumfeld hat sogar einigen Unternehmen mit einem Ruf der Stärke die Möglichkeit gegeben, Schulden zu Null- oder Negativzinsen aufzunehmen.

Im Jahr 2016 gelang es Saint-Gobain beispielsweise, eine dreieinhalbjährige Anleihe im Wert von 1 Mrd. € mit einem jährlichen Kupon von… 0% zu platzieren. Das bedeutet, dass Inhaber, die ihr Kapital schützen wollen, weder pro Jahr noch am Ende des Darlehens irgendwelche Zinsen erhalten. Der Pharmakonzern Sanofi nahm seinerseits eine Milliarde Euro zu 3,5 Jahren mit einer Rendite von… – 0,05% auf.

 

Unternehmensanleihen und damit verbundene Risiken

Unternehmensanleihen bergen höhere Risiken als Staatsanleihen, da sie anfälliger für einen wirtschaftlichen Abschwung sind. Sie reagieren empfindlich auf Änderungen der Zinssätze und auch stärker auf die Solvenz des Emittenten.

Um das Risiko zu verringern, ist es vorzuziehen, :

    • bevorzugen Sie Wertpapiere mit einem guten Rating: Die von S&P, Moody’s und Fitch vergebenen Ratings reichen von AAA für die besten bis BBB für hochverzinsliche Emissionen.
    • Bevorzugung von Unternehmen mit hoher Bonität, um Wertpapiere zu halten, deren Bonität sich verbessern wird.

Gut zu wissen: In manchen Fällen finanzieren sich Unternehmen mit “hybriden” Unternehmensanleihen. Diese Wertpapiere werden als “Hybride” bezeichnet, da es sich um Wandelanleihen handelt, die in Aktien umgewandelt werden können.

 

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